19.05.2010
Experte in Sachen Design
Wie oft hört man den Satz: „Daraus wird eh nichts." Am häufigsten bei neu gekauften Häusern, Büros oder Grundstücken, von denen man noch nicht erkennt, was alles daraus werden kann.
Ist für Planung und Konzipierung Baumeister Ingenieur Bahattin Ceki verantwortlich, stehen die Chancen gleich viel besser: Aus dem „Daraus wird eh nichts" entsteht ein Wunder!
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Projekte, an denen Herr Ing. Ceki gearbeitet hat, sind eindeutig als solche erkennbar. Sie tragen seinen Stempel. Wir haben den Planer getroffen, um herauszufinden, wir er das schafft.
Esnaf: Wer ist Bahattin Ceki?
B. Ceki: Ich bin am 15. März 1969 in Bursa geboren, aber lebe schon seit meinem vierten Lebensjahr mit meiner Familie in Wien, wo ich auch studiert habe. Ich habe 1990 an der HTL für Hochbau maturiert. Nach vier Jahren Berufstätigkeit, teilweise in leitender Funktion, wurde mir der Ingenieurstitel verliehen. Seit 2002 bin ich Baumeister. Meine Ausbildung und meine Konzessionen erlauben es mir, in allen Ländern der EU zu arbeiten. Nach einigen Jahren als Angestellter habe ich 2004 entschlossen, mein eigenes Büro zu gründen. Damit fing meine Karriere erst richtig an.
Was für Arbeiten machen Sie?
In den ersten Jahren nach der Gründung der Firma waren wir bis 2008 überwiegend im ausführenden Bereich tätig. Es wurde jedoch schwierig, wirklich gewinnbringend zu arbeiten. Von den großen Aufträgen bleibt oft nicht mehr als eine große Müdigkeit übrig. Ich habe mich also neu orientiert und lege den Fokus auf mehr Planung und Projektentwicklung. Mittlerweile ist unser Leistungsspektrum groß: Wir sind im Dienstleistungssektor, wo wir angefangen vom Grobentwurf eines Projektes, alle möglichen Planungstätigkeiten für unsere Auftraggeber, wie etwa die Einreichplanung für die Baubehörde, Ausführungs- und Detailplanung bis zur örtlichen Bauaufsicht als Generalplaner verantwortlich sind. Zu unseren Projekten gehören genauso Einfamilienhäuser wie auch Wohnbau, Banken und Schulprojekte. Weiters betreuen wir Unternehmen bei der Betriebsgründung bis zur Einholung der Betriebsanlagengenehmigung.
Was genau meinen Sie mit Betriebsanlagengenehmigung?
Ein Beispiel: Sie wollen ein Restaurant oder einen Supermarkt eröffnen. Sie haben eine geeignete Lage gefunden und wollen darauf bauen. Wir betreuen Sie von dieser Idee an bis zur Eröffnung ihres Geschäfts. Wir recherchieren, was für einen Gewinn die zu mietende Anlage auch später, nach 5 bis 10 Jahren bringen wird. Denn möglicherweise wird die zu mietende oder zu kaufende Lage nach fünf Jahren an Wert verlieren – oder umgekehrt an Wert gewinnen. Man soll sich darauf äußerst gut vorbereiten. Danach helfen wir bei Sachen wie Interior-Exterior-Design oder der Installation von Lüftungsanlagen in Küchen und besorgen die jeweiligen Bewilligungen dafür. Auch um bürokratische Angelegenheiten wie das Erlangen von Betriebsanlagengenehmigungen kümmern wir uns.
Wird man in solchen bürokratischen Angelegenheiten mit vielen Hindernissen konfrontiert?
Eigentlich gibt es gar keine Hindernisse, die nicht überwunden werden können. Es geht vielmehr darum, dass unsere Unternehmer und Geschäftsleute das bürokratische System nicht so gut kennen und daher glauben, dass es viele Hindernisse gibt. Wir glauben immer, dass wir verhindert werden, nur weil wir Türken sind. Das stimmt eigentlich nicht. Es gibt keine Hindernisse, die man nicht überwinden kann, wenn man das notwendige Wissen hat. Hier werden alle gleich behandelt, und unsere Geschäftsleute werden das auch besser verstehen, wenn sie anfangen, mit Experten zu arbeiten.
Ist es daher sehr wichtig für einen Betrieb, mit einem Experten zu arbeiten?
Ja. Lassen Sie mich ein Ereignis erzählen, das mir in den vergangenen Tagen passiert ist, und das ich auch sehr merkwürdig fand. Ein Unternehmer hat ein leeres Geschäft gemietet und darin einen Supermarkt eröffnet. Danach hat er auch die drei angrenzenden Geschäftsläden gemietet, mit der Absicht, seine Geschäftsfläche zu erweitern. Was ist dann passiert? Die Mieten wurden plötzlich verdreifacht. Er konnte sich die Fläche nicht mehr leisten und musste seinen Markt verkaufen. Die großen Supermärkte gehen in solchen Angelegenheiten viel professioneller und vorsichtiger vor. Bevor man im Handel einen Expansionsschritt setzt, muss man sich also bewusst bei einem Experten erkundigen. Leider sind türkischstämmige Unternehmer in diesem Zusammenhang viel zu sorglos – und gehen ohne Plan vor.
Können Sie uns kurz Ihre wichtigsten Projekte beschreiben?
Wir haben ein Wohnhausprojekt im 14. Bezirk. Wir bauen auch eine Turnhalle für ein Gymnasium im 10. Bezirk. Außerdem unterstützen wir einen Unternehmer, der aus der Türkei gekommen ist, bei seinem Investment in Österreich mit Projektierung und Betreuung in der Vorgartenstraße. Darüber hinaus zählen auch die Bauplanung für mehrere Firmen, Inneneinrichtung und Betriebsanlagengenehmigungsarbeiten zu unseren Projekten.
Haben Sie einen Traum, den Sie unbedingt verwirklichen wollen?
Ja klar! Als Baumeister, der seit langen Jahren in dieser Branche arbeitet, wollte ich immer einen Wohnbaukomplex mit 50 bis 100 Wohneinheiten für ein „Multikulturelles Wohnen" verwirklichen. Ein Komplex, wo nicht nur unsere Landsleute aus der Türkei, sondern Menschen aus allen Ländern harmonisch miteinander wohnen.„Man soll anstelle von Genossenschaftswohnungen eher in Grundstücke und Eigentumswohnungen investieren."
Die erste Generation türkischer Einwanderer investierte vielmehr in die Türkei. Aber die nachfolgenden Generationen haben eher hier in Österreich investiert. Was sagen Sie als Experte zu diesem Thema?
Unsere Landsleute, die hier in Österreich investieren wollen, sollten bei Veranlagungen in Genossenschaftswohnungen überlegt vorgehen. Viele machen leider wiederholt den Fehler, in solche Wohnungen zu investieren, ohne zu wissen, wie das System funktioniert. Es wird ihnen gesagt, dass sie innerhalb von zehn Jahren zum Eigentümer der Wohnung werden können. Man muss da aber aufpassen: Keiner kann wissen, wie viel eine Wohnung in zehn Jahren kosten wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass man nach zehn Jahren höhere Beträge, als man sich im Vorhinein errechnet hat, nachbezahlen muss, ist dabei sehr groß. Ein Grundstück zu kaufen und darauf ein Eigenheim zu bauen oder in eine Eigentumswohnung zu investieren, ist eine viel vernünftigere Idee. Jeder von uns verdient es, seinen Bedürfnissen entsprechend, in hellen, großen und netten Wohnungen zu wohnen.
(Redaktion: Resul Recper, Esnaf)




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