19.05.2010
Wirtschaft ist eine Kunst
Orhan Temel kommt mit zehn Jahren ins fremde Österreich
und fängt an, sich trotz seines jungen Alters für Wirtschaft
zu interessieren.
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Orhan Temel, dessen Vater aus Adapazari und dessen Mutter aus Of kommt, stellt mit seinen genialen Ideen im wirtschaftlichen Bereich ein fabelhaftes Beispiel für den sogenannten „Scharfsinn vom Schwarzen Meer" dar. Nun steht er nach 25-jähriger Berufserfahrung als Besitzer der Textil- und Einrichtungsfirma Temel Planen vor.
Esnaf: Können Sie uns etwas über Ihre Person erzählen?
Orhan Temel: Ich kam vor 30 Jahren aus der Türkei in die Fremde und ging dann hier in die Volks-, Mittel- und Berufsschule. Nach meiner 3-jährigen Lehre zum Bodenverleger fing ich an, in einer Firma zu arbeiten. Später wurde ich in derselben Firma Verkaufsleiter. 2003 machte ich mich selbstständig, gründete meine Firma Temel Planen und stehe nun mitten im Arbeitsleben.
Meines Wissens nach sind Sie der einzige Unternehmer türkischer Abstammung in Ihrer Branche? Wie sehen Sie das?
Die Antwort ist simpel. Ich mache Kunst. Schon seit meiner Kindheit befasse ich mich mit den Details und der Entwicklung meines Berufs. Es ist leicht, ein Geschäft zu eröffnen und hinter der Kassa zu sitzen. Seine Arbeit aber wirklich als Kunst zu betreiben, ist dagegen schwierig. Wenn es nicht so wäre, hätte ich nun viele Konkurrenten. Gemeinsam mit meinem Team aus zehn Mitarbeitern versuchen wir, unsere Arbeit perfekt zu machen.
Was für Dienstleistungen bieten Sie an und mit welchen Unternehmen arbeiten Sie zusammen?
Unser Spektrum ist sehr vielfältig. Wir bieten automatische Markisen, Schwimmbadbedeckung, Jalousien, Wintergarten, automatische Garagentore und viele weitere Produkte für Kaffeehäuser und Restaurants an. Unsere Kunden sind meistens österreichische Unternehmen: Aida, Baumax, Wiener Festwochen, Papstbühne oder das Donauinselfest. Weil wir unsere Produkte nicht nur verkaufen, sondern auch selber produzieren, können wir unsere Ware immer pünktlich liefern, und das verdoppelt die Zufriedenheit unserer Kunden. „Auf Qualität darf nicht verzichtet werden."
Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?
Vor allem muss man über endloses Selbstvertrauen verfügen. Auf Qualität und Sicherheit bei Produkten darf niemals verzichtet werden. Wenn ein Kunde beispielsweise ein billiges Produkt haben möchte, und ich weiss, dass dieses Produkt langfristig für den Kunden Schaden bringt, nehme ich einen solchen Auftrag nicht an. Die ganze Welt steht heute auf gute Qualität. Unser Produktionsmotto ist: „Wir produzieren einmal, es hält aber ein Leben lang."
Möchten Sie unseren LeserInnen etwas mitteilen?
Unsere erste Generation hat in dieses Land investiert, die zweite und dritte Generation investieren weiter. Es ist das Schönste, wenn man für das Land und die Gesellschaft, in der man lebt, Nutzen schafft. In Wien gibt es beispielsweise sehr viele türkische Geschäftsmänner, die sehr gute Leistungen erbringen. Ich bin sehr stolz auf sie. Wir dürfen nie vergessen, dass die Gemeinschaft stark macht. Es gibt einen Spruch, den mal Servi gesagt hat: Wer selber nicht tiefer gehen kann, kann neben den anderen auch nicht höher steigen.
(Redaktion: Resul Recper, Esnaf)




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